'
Dame oder Tiger'
von Frank Richard Stockton
Ein halbbarbarischer König, ein Mann von unwiderstehlicher Autorität und überschäumender Einfälle, zelebriert in der Königsarena ein eigenartiges Spektakel: ein öffentliches Gericht ohne Richter – der Angeklagte hat sein Schicksal selbst in der Hand.Die Erzählung von Frank Richard Stockton berichtet mit schalkhaftem Humor und märchenhaftem Unterton von zwei Ereignissen, die rätselhaft von Tod und Liebe handeln.
Eine Co-Produktion von Theaterprojekte Bodinek und dem Sternensaal Wohlen AG.
www.sternensaal-wohlen.ch
Premiere: 17. September 08 im Sternensaal in Wohlen AG
Regie/Inszenierung: Ueli Blum
Schauspiel/Musik: Werner Bodinek
Dramaturgie/Produktion: Urs Heller
Zeichnungen: Christa Hostettler
Grafik: Anita Mendler
Administration/Produktion und Kontakt: Kulturtreuhand Myrtha Lanz
T 052 204 00 24/ F 052 204 00 25/
myrtha.lanz@suisse.org
Unterstützt von:Aargauer Kuratorium, Gemeinde Wohlen, Stadt Baden, Hans und Lina Blattner Stiftung, Jürg George Bürki-Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, SIS-Schweizerische Interpretenstiftung, Buchfink – das fahrende Antiquariat
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Fotos (© Pascal Meier,
ein-blick.ch) in Druckversion: Klick auf die kleinen Bilder
Presseschau
Bezirksanzeiger Bremgarten/Wohlen, 14.9.2008 (pdf)
Mittellandzeitung, 20.09.2008 (pdf)
Südkurier, D, 11.03.2009 (pdf)
Volksblatt - die Tageszeitung in Liechtenstein, 9.4.2009 (pdf)
Werdenberger und Obertoggenburger, 14.4.2009 (pdf)
Tages-Anzeiger, linkes Zürichseeufer, 21.9.2009 (pdf)
D'Region, Burgdorf, 24.11.2009 (pdf)
Zofinger Tagblatt, 2.10.2010 (pdf)
Frank Richard Stockton
Amerikanischer Autor und Humorist, geboren 1834 in Philadelphia, gestorben 1902 in Washington, DC. Stocktons bekanntestes Werk ist die Kurzgeschichte 'Die Dame - oder der Tiger' ('The Lady, or the Tiger?'), die zum ersten Mal im November 1882 in der Zeitschrift 'The Century' erschien und dem Leser ein virtuelles Problem zur Lösung vorgibt. Die Veröffentlichung von „Dame oder Tiger' war 1882 eine Sensation, und nach seiner Heimkehr von einer Reise aus Europa sah sich Stockton von Briefen und Bitten von Berichterstattern überflutet, die alle nach dem weiteren Schicksal des Helden fragten.
Stocktons Reaktion war eine weitere Geschichte mit dem Titel „Der Freund aller Zauderer'. Frank R. Stockton hat den Schluss von „Dame oder Tiger' fünfmal neu geschrieben, im Bestreben, diese für die Dame oder den Tiger möglichst gleich offen ausgehen zu lassen. Er hatte keinerlei Absicht, die Ungewissheit zu klären: „Als ich die Geschichte entwarf, hatte ich nur vor, sie zum Abschluss zu bringen, das heisst, am Ende zu sagen, welches Tor der junge Mann in der Arena öffnete und warum die Dame seines Herzens, die Prinzessin, ihn zu dem
einen und nicht zu dem anderen wies. Doch als ich zu dem Punkt gelangte, wo die Prinzessin sich entscheiden muss, da war ich ratloser, als sie es selbst gewesen wäre, wenn sie wirklich gelebt hätte, denn ich hatte weder das Glück halbbarbarisch noch eine Frau zu sein.'
Interpretation
In beiden Geschichten geht es um „Liebe'. Die Liebe und die sie umkreisenden nicht leicht zu beantwortenden Fragen. Wie weit geht die Liebe eines Menschen? Was ist der Mensch bereit für einen anderen zu geben? Ist Liebe Verzicht, oder fordert und nimmt sie?
In diesem Zusammenhang findet sich auch das Thema „Schönheit'. Ein sehr individuelles aber auch gesellschaftliches Thema. Wann und durch was ist ein Mensch
schön? Ist es innere Ausstrahlung und Eigenheit. Sind es äussere Reize? Wer sagt uns denn wer oder was
schön ist? Frank R. Stockton zeigt sich in beiden Geschichten als Meister im Darstellen von individueller und gesellschaftlicher Verknüpfung. Seine Protagonisten stehen in einem gesellschaftlichen Kontext, der geradezu zwingend auf sie einwirkt. Hier konfrontiert er uns mit einem halbbarbarischen König von dem sich ohne langes Suchen in heutigen Gesellschaften Entsprechungen finden. Nicht nur im politisch-wirtschaftlichen, auch im privat-öffentlichen Raum. Wie sollen die Gesetze einer Gesellschaft sein? Wer führt sie ein, kontrolliert sie?
Wie werden sie angewendet? Gerechtigkeit? Was ist das? Welche Mittel werden heute aktiviert um etwas populär zu machen? Wer besitzt diese Mittel?
Zu welchen Anlässen strömt das Volk um sich zu amüsieren und zu bilden? Wer sind die heutigen Helden und Heldinnen? Prinzen und Prinzessinnen?
Wie wird heute emotionalisiert? In welcher Arena? Durch wen?
Wer oder was wühlt auf. Wer verfügt über wen oder setzt wen ein? Welche Mittel werden eingesetzt um erfolgreich zu sein?
Wie bleibt man als Herrschender populär? Wie kommt man zu einer Entscheidung?
Ist Nichtentscheiden nicht auch eine Entscheidung? Die Geschichten drängen die Protagonisten in eine Situation in der eine zwingende Entscheidung verlangt wird, eine existentielle. Es geht um Leben und Tod. Wir gleiten in die Untiefen des menschlichen Seins. Die Zuhörer sind aufgefordert eine persönliche Haltung einzunehmen. Es ist nicht einfach, das Ungewisse auszuhalten oder anzuerkennen, dass es
die Lösung in menschlichen Belangen nicht gibt. „Dame oder Tiger' führt uns in menschliche Bereiche, in denen wir uns, trotz unseres Wissens, nicht sicher fühlen, denn „sie zwingen uns zu einer Untersuchung des menschlichen Herzens, die uns durch abwegige Labyrinthe der Leidenschaft führt, aus denen herauszufinden schwierig ist.'
Werner Bodinek, Oberrohrdorf AG
Schauspiel/Musik/Produktion
Freischaffender Theatermacher/Schauspieler
Wohnt in Oberrohrdorf AG
Nach John Berger, Hermann Burger und T.C. Boyle folgt nun „Dame oder Tiger?' von Frank Richard Stockton. Eine weitere Kreation des freien Theaterschaffenden Werner Bodinek nach einer literarischen Vorlage in einer Inszenierung von Ueli Blum.
Ueli Blum, Bätterkinden BE
Regie
Schauspielakademie Zürich, Abteilung Theaterpädagogik, 1984 - 1987seit 1987 freischaffender Regisseur, Schauspieler und Autor an verschiedenen Theater in der Schweiz und in Deutschland1996 – 2000 Leiter des Jungen Theaters Wilhelmshavenseit 2000: Gründer von NiNA Theater und tätig als freischaffender Regisseur und Autor
NiNA Theater
Urs Heller, Wohlen AG
Dramaturgie, Produktion
Studium phil. II und Sport an der Uni Basel.
1987
Initiant und Mitarbeiter des Kulturortes „Sternensaal' in Wohlen.6 Jahre Ausbildner am Seminar für Erwachsenenbildung AGEEB im Kanton AG.
1991 bis 2003
Co-Leiter des Theaters Tuchlaube in Aarau.
1994
Veranstalterpreis der ASTEJ.
Seit 2004
freier Kulturvermittler, Dramaturg und Berater.
2005 Kulturpreis der Stadt Aarau.
13 Alpsommer als Hirt seit 1982.
Christa Hostettler, Lenzburg AG
Zeichnungen/Obiekte
lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Lenzburg AG